2 Monate Steharbeitsplatz: Auf und nieder, immer wieder

Sitzen ist das neue Rauchen – so jedenfalls schlägt es mir in vielen Medien und einigen Studien entgegen. Da habe ich als typische Büroangestellte wohl schlechte Karten, obwohl ich zugegebenermaßen in meiner Freizeit nicht sehr viel sitze. Trotzdem lässt sich langes Sitzen nicht mit etwas Sport vor oder nach der Arbeit ausgleichen.

Deswegen (und um sprichwörtlich die Hummeln im Hintern loszuwerden) wollte ich das Experiment Steharbeitsplatz wagen. Dafür geht ein großer Dank an meinen Arbeitgeber, der mir innerhalb kürzester Zeit einen zweiten Arbeitsplatz eingerichtet und sich sehr für mein Experiment interessiert hat.

Nach meinen ersten zehn Minuten im Stehen und erstaunten Nachfragen meiner Kollegen, ob ich denn Rückenschmerzen hätte, stelle ich fest, dass ich das Arbeiten im Stehen wirklich unterschätzt habe. Ich merke die Spannung im Rücken und in den Beinen und fühle mich an meinen Studentenjob in der Gastronomie zurückversetzt. Trotzdem gefällt mir der neue Ausblick ganz gut und ich halte weiter durch.

Mittlerweile habe ich bereits 2 Monate mit dem Steharbeitsplatz verbracht und bin erstaunt, wie schnell ich mich daran gewöhnt habe, regelmäßig auch im Stehen zu arbeiten – alles eine Frage des Trainings, wie beim Sport auch.

Welche Vorteile bringt der Steharbeitsplatz?

  • Die Rückenmuskulatur arbeitet und entlastet die Wirbelsäule.
  • Ich kann mich besser konzentrieren und Müdigkeitsphasen besser entgegenwirken.
  • Der regelmäßige Wechsel zwischen Stehen und Sitzen eröffnet tatsächlich neue Sichtweisen auf die Dinge.
  • Ich bewege mich mehr, laufe eher mal hin und her, zum Beispiel zum Telefon oder Mülleimer.
  • Stehen verbrennt ca. 42 kcal pro Stunde zusätzlich – ein netter Nebeneffekt

Aber Achtung:

  • Stehen ist kein Ersatz für ausreichend Bewegung.
  • Auch Stillstehen ist eine Zwangshaltung und kann bei langer Dauer schaden.
  • Richtig Stehen will gelernt sein. Weder sich gegen den Tisch zulehnen, oder sich aufzustützen ist sinnvoll. Der Rücken sollte immer gerade sein.

Tipps für das Arbeiten im Stehen

  • Tisch auf die richtige Höhe einstellen, die Ellenbogen sollten in einem Winkel von 90° aufliegen.
  • Langsam rantasten, z.B. mit 10 Minuten Stehen starten und den Zeitraum langsam ausdehnen.
  • Nicht übertreiben: Regelmäßig zwischen Stehen und Sitzen wechseln. 60 Minuten Stehen am Stück sollten nicht überschritten werden, lieber öfter wechseln und 1-2 Stunden über den Tag verteilt stehen.
  • Zwischendurch Beine ausschütteln, Schultern kreisen.
  • Bequeme Schuhe tragen

Fazit: Der Wechsel zwischen Stehen und Sitzen fühlt sich für mich sehr gut an. Ich merke, dass abends nicht nur mein Geist ausgepowert ist, sondern auch mein Körper etwas mehr leistet und ich mich viel ausgeglichener fühle. Ich möchte meinen Steharbeitsplatz tatsächlich nicht mehr missen.

3 Antworten auf “2 Monate Steharbeitsplatz: Auf und nieder, immer wieder”

  1. Ich genieße meinen auf Steh-Höhe verstellbaren Schreibtisch sehr und hoffe, dass ich ihne auch beim Büro-Wechsel zum Jahreswechsel behalten kann. Im Moment sitze und stehe ich am Schreibtisch einer Kollegin im Mutterschutz, bis der Kollege, den ich ersetze, in Ruhestand geht. Leider hat er keinen höhenverstellbaren Schreibtisch.

    Ich experimentiere noch nicht so lange damit, weil ich eine Weile brauchte, mich an den Gedanken zu gewöhnen. Aber ich denke, es wird dabei bleiben, dass ich so oft es geht die Möglichkeit nutzen werde, im Stehen zu arbeiten 🙂

    Liken

    1. Oh ja, verstehe ich vollkommen, dass man sich an den Gedanken erst gewöhnen muss. Ich habe auch lange überlegt, ob ich einen Steharbeitsplatz wirklich brauche. Immerhin ging es ja viele, viele Jahre auch ohne.

      Ich drück dir fest die Daumen, dass Du Deinen Steh-Sitz-Tisch behalten kannst. Die sind ja wirklich nicht ganz billig und nicht jeder Arbeitgeber möchte oder kann so tief in die Tasche greifen. Es gibt aber auch viel preiswertere Aufsätze für normale Schreibtische – nur für den Fall der Fälle 😉

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      1. Wir haben gerade eine Initiative, dass mehr von den Dingern in unser Referat kommen. Wenn alle Referate das Kontingent für die Abteilung gleichmäßig beanspruchen, bekommen wir zwei neue – bei fünf Bewerbern. Ich hoffe das beste.

        Ich genieße den Steh-Tisch total! Der Skepsis folgte die Euphorie.

        Gefällt 1 Person

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